„Balkanblut“ und die Wurzeln des Bösen - Frank Willmann präsentiert sein neues Buch

Rückblick auf die Lesung in der Stadtbibliothek Eisenberg 

Lesung in der Stadtbibliothek
Die Gäste lauschen gespannt der Lesung von Frank Willmann aus seinem neuen Buch "Balkanblut"

30.04.2026

„Dies ist die Geschichte von Arkan -Gangster, Warlord, Kriegsverbrecher und Volksheld. Und zugleich eine Begegnung mit den menschlichen Abgründen. Es ist der Versuch, dem Bösen auf die Spur zu kommen, den Katalysatoren der Gewalt und der nicht enden wollenden Faszination dafür. Kaum eine Region kann darüber so viel erzählen wie der Balkan seit dem Zerfall Jugoslawiens. Und kaum eine Figur steht so sehr dafür wie der gleichermaßen verehrte und verhasste Željko „Arkan“ Ražnatović.“ (Balkanblut, S. 10)

Den Auftakt der gemeinsamen Veranstaltung der Bibliothek und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen bildet der Song „Djurdjevan“, gesungen von Ceca im Belgrader Stadion „Marakana“ vor 70 000 Fans. Das war 2002, ein Konzert im Gedenken an ihren ermordeten Ehemann. Die bekannte und umstrittene serbische Pop- und Turbo-Folksängerin Ceca war Arkans letzte Ehefrau, Mutter von zwei gemeinsamen Kindern. Laut Überlieferung soll Arkan in ihren Armen gestorben sein, so zumindest berichtete die Boulevardpresse.

Mit dem Tod Arkans beginnt Frank Willmanns Lesung aus seinem 2026 im Tropen Verlag erschienenen Buch „Balkanblut“ und er, der schon immer ein Faible für den Balkan hat, nimmt uns mit auf die Spurensuche nach den Wurzeln des Bösen, personifiziert in Arkan, dem serbischen Verbrecher, der mit seiner paramilitärischen Einheit „Arkans Tiger“ in den Jugoslawienkriegen traurige Berühmtheit erlangte.

Frank Willmann liest prononciert, gut betonend, eindringlich, die 32 Besucher in der Stadtbibliothek Eisenberg lauschen gespannt.

Aufmerksam verfolgt das Publikum die auf historischen Fakten und zahlreichen Zeitzeugenberichten beruhende Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte der Balkanregion. Eingebettet in ein düsteres Geflecht aus Fußball, Nationalismus und Personenkult zeichnet Willmann Arkans Lebensweg, seinen Wandel vom Bankräuber zum Kriegsverbrecher.

Lesung in der Stadtbibliothek
Frank Willmann liest aus seinem neuen Buch "Balkanblut".

Im Anschluss an die Lesung gibt es einen regen und intensiven Gesprächsaustausch, der Schriftsteller stellt sich den zahlreichen Fragen und antwortet wahrheitsgetreu, macht z. B. auch keinen Hehl aus seinen körperlichen mehrere Wochen andauernden Beschwerden, die ihn nach dem Aufenthalt in Sarajevo plagten. (Noch heute sind die Spuren des Bosnienkrieges in Sarajevo sichtbar).

Frank Willmann – authentisch, wahrhaftig und sehr angenehm präsent– wir sagen: Danke! Wieder einmal ist es dir gelungen, die Besucherinnen und Besucher für ein schwieriges Thema zu sensibilisieren, ein ernstes Thema, das noch lange die Gedanken in Bewegung hält, denn nach wie vor sind sie allgegenwärtig - die Wurzeln des Bösen.