Todesmarsch von Buchenwald:
Eine Begegnung mit der Geschichte der Stadt
21.04.2026
Gedenken im Friedenspark
Am 20. April 2026 versammeln sich Bürgermeister Michael Kieslich, Organisator Steffen Much, Vertreter des Landratsamts, der Kirche und der Stadtratsfraktionen sowie Bürgerinnen und Bürger im Friedenspark am Gedenkstein für den Todesmarsch von Häftlingen des KZ-Buchenwald im April 1945. Gemeinsam legen sie Kränze nieder, verharren in stillem Gedenken und erinnern an die Opfer des Marsches durch unsere Region. Viele Namen bleiben unbekannt – doch ihr Leid mahnt uns bis heute.
Der letzte Weg vieler KZ-Häftlinge
Die verbliebenen 26.000 Häftlinge des KZ Buchenwald werden im April 1945 für die Evakuierung des Lagers zum Todesmarsch zusammengetrieben. In Fünferreihen, mit kaum mehr als provisorischen Holzschlappen oder Stofffetzen an den Füßen, setzen sich die von menschenunwürdigen Zuständen gezeichneten Häftlinge in Bewegung. Für viele ist es der letzte Weg ihres Lebens – wer zusammenbricht oder zu fliehen versucht, wird erschossen.
Robert Büchler: Flucht bei Eisenberg
Wenigen gelingt die Flucht; einem von ihnen bei Eisenberg: Der 16-jährige Robert Büchler, slowakischer Jude, entkommt in der Dunkelheit und wird kurz darauf von US-Truppen aufgegriffen und medizinisch versorgt.
Später wird aus dem ehemals verfolgten Jugendlichen ein Historiker, ein Botschafter für Frieden und gegen das Vergessen – seine Geschichte verbindet Eisenberg unmittelbar mit den Gräueln des Nationalsozialismus.

Jugendliche im Fokus der Erinnerung
Außerdem sind Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Eisenberger Regelschule und des Friedrich-Schiller-Gymnasiums gekommen, um sich selbst ein Bild von dieser dunklen Seite der Geschichte zu machen. Die 15- bis 17-Jährigen sind heute in einem ähnlichen Alter wie der damals geflüchtete Robert Büchler – seine Biografie zeigt, dass hinter jeder Zahl ein Mensch und eine Lebensgeschichte stehen.
„Das kalte Aprilwetter geht uns durch Mark und Bein“
„Das kalte Aprilwetter heute geht uns durch Mark und Bein und lässt uns erahnen, wie schutzlos die Häftlinge damals Gewalt und Witterung ausgeliefert waren“, so Bürgermeister Michael Kieslich. Die Kälte dieses Apriltages wird zum eindringlichen Symbol.
Ein aktuelles Zeichen gegen das Vergessen
Die Eisenberger setzen mit dieser Gedenkfeier ein aktuelles Zeichen: Die Verbrechen des Nationalsozialismus gehören nicht nur in Geschichtsbücher, sondern in das Bewusstsein aller Generationen. In kurzen Ansprachen und durch Texte von Schülerinnen wird deutlich gemacht, dass Demokratie, Menschenrechte und gegenseitiger Respekt keine Selbstverständlichkeit sind.
Die Stadt Eisenberg lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, diesen Ort des Gedenkens bewusst aufzusuchen und die Verantwortung aus der Vergangenheit im Heute zu leben.


